Rezepte 18.Jhdt

Rezepte des 18. Jahrhunderts

Wie man in Berlin zur Zeit der Königin Luise kochte

Das 18. Jahrhundert umfasst den Zeitraum von 1700 bis 1799. Ein Zeitraum, der uns sehr weit entfernt vorkommt. Betrachtet man die Rezepte dieser 100 Jahre, so könnte es teilweise heute sein. Die Küche des 18. Jahrhunderts unterscheidet sich wenig von unserer heutigen Küche. Der größte Unterscheid ist die Verwendung der Fleischsorten, denn Schweinefleisch spielte kaum eine Rolle. Man verwendete Hammel/Lamm, Kalb- und Rindfleisch. Viele Gerichte der heutigen Zeit wurden bereits im 18. Jahrhundert gekocht.

In der Zeit des 18.Jahrhunderts war die Technik natürlich noch in den Kinderschuhen, moderne Herde kannte man nicht, was vielen Lesern historischer Kochbücher als fast unüberwindliche Schranke erscheint. Die Auswahl an Gewürzen und Kräutern war auch damals bereits sehr groß, doch man verwendete sie sparsam und griff nicht wahllos in die Würztöpfe, was heute eine weit verbreitete Unart ist.

Es war die Zeit der Pasteten, der Ragouts und Farcen. Was heute vielfach geringschätzig als Resteküche „beleidigt“ wird, war und ist eine küchenwirtschaftliche Notwendigkeit. Eine gute Köchin, ein guter Koch wirft nichts weg, eine gute Hausfrau auch nicht.

In das 18. Jahrhundert fallen einige sehr interessante Rezeptbücher, deren Inhalt wir hier vorstellen wollen.

Charlotte Friederique Fontane, Amazon

Großmutter des Schriftstellers Theodor Fontane.

Auguste Wilhelmine Friederique Charlotte Werner (1778-1843) war die 3. Ehefrau von Fontanes Großvater Pierre Barthelemy, Kabinettssekretär von Königin Luise, die er 1808 heiratete. Das Buch entstand 1903 aus den Aufzeichnungen von F.C. Fontane unter dem Titel „Wie man zur Zeit der Königin Luise kochte“. Die Rezepte notierte Großmutter Fontane wohl weit vor Louises Zeit, denn die wurde erst 1797 Königin, das persönliche Rezeptbuch stammt jedoch aus 1795, so lassen uns die Autorinnen aus der Familie Fontane wissen. Die hier notierten Speisen dürften also bereits zur Zeit von Friedrich II. auf den Tisch gekommen sein, denn es liegt nahe anzunehmen, dass es eventuell bereits Aufzeichnungen von Friederiques Mutter sind, der Geheimrätin Werner, geb. Friesener. F.C. Fontane wäre 1795 erst 17jährig gewesen und hat als gutbürgerliche Tochter kaum den Haushalt geführt.

Woher F.C. Fontane stammte ist nicht bekannt, die wenigen Namen aus dem Kochbuch lassen jedoch vermuten, dass sie mit schlesischen Familien und Adelsgeschlechtern bekannt war. Viele Rezepte könnten schlesischen Ursprungs sein.

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